Italien

Italien Roadtrip – Urlaub am Comer See, Cinque Terre, Toskana & Insel Elba

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Im August 2018 ging es für uns relativ spontan für eine Woche mit dem Camper nach Italien. Für uns war es der erste Urlaub in Italien und wir wollten so viel es geht in der kurzen Zeit sehen. Somit entschieden wir uns für einen Roadtrip, bei dem wir uns einfach treiben lassen und flexibel schauen wollten, wo es uns hin verschlägt.


Unsere Route

  • Tag 1: Como
  • Tag 2: Portofino & Sestri Levante
  • Tag 3: Cinque Terre
  • Tag 4: Siena
  • Tag 5: Saturnia & Insel Elba
  • Tag 6-8: Insel Elba

Tag 1: Über den San-Bernardino-Pass zum Comer See

Früh morgens brachen wir auf Richtung Süden. Auf Empfehlung sind wir über den San-Bernardino-Pass statt durch den Tunnel Richtung Italien gefahren. An diesem Tag war es sehr regnerisch und trüb und somit hatten wir nicht unbedingt große Hoffnungen auf eine schöne Aussicht, die Pass-Straßen und Berge waren aber im Endeffekt trotz Nebel und Gewitter sehr beeindruckend.

Nach knapp zehn Stunden Fahrt sind wir am Comer See – direkt in Como – angekommen. Während der Fahrt hatten wir recherchiert, wo wir uns für die Nacht hinstellen können und haben uns schließlich für einen Parkplatz direkt am Wasser entschieden. Der Stellplatz liegt am Wasser-Flugplatz (“Aero Club Como”), hinter dem Stadion. Somit hatten wir einen Schlafplatz mit Blick auf den See – Wellenrauschen inklusive.

Von dort sind wir dann am Wasser entlang gelaufen, vorbei an den Yachten bis zum Piazza Cavour. Von hier an haben wir uns einfach treiben lassen. Das Wetter war wieder aufgeklart und es war angenehm warm. Die Sonne ging unter und die Straßen wurden von vielen schönen Lichtern beleuchtet. An der Hauptstraße Lungo Lario Trieste reiht sich ein süßes italienisches Restaurant an das andere. Den ersten Abend haben wir schließlich – typisch italienisch – mit Pizza und Wein ausklingen lassen.

Stellplatz: Parkplatz am Wasser-Flugplatz “Aero Club Como”
Tipp: Falls hier alle Plätze belegt sind, stehen am angrenzenden Stadion weitere Plätze zur Verfügung.

Tag 2: Fischerdörfchen Portofino und Sestri Levante

Am nächsten Morgen haben wir noch etwas Como und Umgebung erkundet und sind eine Weile am Comer See entlang gefahren. Hier und da haben wir am Straßenrand angehalten und die wahnsinnige Aussicht von oben auf den See genossen und dabei gefrühstückt. Wir hätten auf jeden Fall noch länger dort verweilen können oder uns weitere der niedlichen Orte rund um den See anschauen können. Da wir aber noch am gleichen Tag die ligurische Küste erreichen wollten, machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg.

Unser erstes Ziel sollte das Fischerdorf Portofino sein. Je näher wir der Küste kamen, desto schöner und grüner wurde die Landschaft und ich muss sagen, in der Hinsicht hatte ich Italien völlig unterschätzt! Die Natur war atemberaubend, wodurch keine Sekunde langeweile aufkam.

Die letzten Meter vorm Ziel führten uns über eine enge Küstenstraße, an dessen Ende Portofino lag. Dort angekommen parkten wir unseren Camper in einer sehr engen Tiefgarage, glücklicherweise hat es von der Fahrzeughöhe noch gerade so gepasst.

Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir in dem hübschen Fischerdörfchen am Hafen. Die vielen Boote und Yachten war beeindruckend und man konnte in einem der kleinen Cafés und Restaurants der Mittagssonne entfliehen, leckeres italienisches Essen im Schatten genießen und dem bunten Treiben zuschauen. Wäre es an diesem Tag nicht so unfassbar heiß gewesen, hätten wir gerne noch den Aufstieg zum Castello Brown auf uns genommen. Das kleine Schloss liegt oberhalb von Portofino und wir haben uns sagen lassen, dass man von dort aus den schönsten Ausblick über das Fischerdörfchen haben soll.

Anschließend ging es für uns nach Sestri Levante, wo wir für die nächsten 2 Nächte einen Stellplatz auf dem Campingplatz “Santa Vittoria” fanden. Bevor wir uns jedoch auf den Weg zum Campingplatz machten, haben wir für ein Eis Halt in der Innenstadt gemacht – inklusive wunderschönem Ausblick auf die Bucht.

Der Campingplatz ist sehr ruhig gelegen und liegt außerhalb von Sestri Levante, mit dem Auto oder mit dem Bus ist man jedoch schnell in der Stadt. Die Bushaltestelle ist nur 2 Gehminuten entfernt.

Campingplatz: Santa Vittoria

Tag 3: Cinque Terre

Am nächsten Morgen machten wir uns sehr früh mit dem Bus auf dem Weg zum Bahnhof von Sestri Levante. Von dort aus wollten wir die Cinque Terre erkunden – 5 benachbarte Küstendörfer, die bekannt sind für die vielen bunten Häuschen, an Steilhängen angelegten Weinreben und Panorama-Ausblicke über das Meer. Die Dörfer sind am besten und einfachsten mit dem Zug erreichbar. Es ist quasi unmöglich, mit dem eigenen Auto anzureisen.

Am Bahnhof von Sestri Levante kann man sich ein Cinque Terre-Tagesticket für den Zug kaufen, mit dem man alle fünf Dörfer (Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore) erreicht. Wir haben uns dazu entschieden, einige Dörfer mit dem Zug und andere zu Fuß anzusteuern. Zwischen den Dörfern gibt es nämlich tolle Wanderwege.

Der erste Stopp war also Monterosso, von hier aus sind wir zu Fuß Richtung Vernazza gewandert (Gehzeit: ca. 90 Minuten). Dazu hält man sich vom Bahnhof aus einfach links und folgt der steigenden Straße entlang der Klippe. Der Weg führt nun immer weiter steil bergauf, an wunderschönen Weinhängen entlang und mit einem atemberaubenden Ausblick auf das Meer. Wenn der Weg wieder langsam bergab führt, kommt langsam das zweite Dorf Vernazza zum Vorschein.

Über zahlreiche Treppenstufen gelangt man schließlich zum Hafen, der von hübschen bunten Häusern umrahmt wird. Wir schlenderten ein wenig durch die verwinkelten Gassen und holten uns zur Stärkung Focaccia, welches wir am Hafen mit Blick auf das Meer genossen. An eine Abkühlung im Meer war hier leider nicht zu denken, da der kleine Strandabschnitt mehr als überfüllt war.

Von Vernazza aus sind wir wieder in den Zug bis zum nächsten Dorf Corniglia gestiegen. Corniglia ist das kleinste der fünf Dörfer und liegt anders als die anderen weiter oben über den Klippen. Vom Bahnhof aus ging es viele Treppenstufen hoch bis in den Ortskern, wo wir uns erneut in einem Kiosk mit Obst, Eis und Getränken stärkten und uns dann auf zur nächsten Wanderung Richtung Manarola machten.

Der Anstieg war sehr steil und vor allem bei den Temperaturen über 30 Grad eine Herausforderung. Fast eine Stunde lang ging es über schmale Wege und Natursteintreppen bergauf. Anschließend führte der Weg durch ein Waldstück, der endlich etwas Schatten spendete und schließlich durch riesige Weinterrassen, immer mit dem Blick über das weite Meer. Der Anblick war einzigartig! Nach ca. einer weiteren Stunde folgte der Abstieg nach Manarola. In Manarola angekommen ging es mit einem leckeren Eis auf die andere Seite der Bucht. Von der Erhöhung hat man einen tollen Blick auf das Dorf.

Für den letzten Ort – Riomaggiore – stiegen wir wieder in den Zug. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es von hier dann zurück nach Sestri Levante und zum Campingplatz, wo wir den Abend ausklingen ließen.

Tag 4: Durch die Toskana Richtung Siena

Den nächsten Morgen starteten wir etwas entspannter und machten uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Siena in die Toskana. Die Fahrt dauerte knapp 2,5 Stunden. Den Nachmittag verbrachten wir dann in der mittelalterlichen Stadt, schlenderten durch die verwinkelten Gassen und die verschiedenen historischen Bezirke (“Contrade”) der Stadt.

Das Highlight und den Mittelpunkt bietet der Piazza del Campo, der Hauptplatz der Stadt, mit dem beeindruckenden Palast “Palazzo Pubblico” und dem Turm “Torre del Mangia”. Hier reiht sich ein Restaurant an das nächste, wir haben uns aber – natürlich – für Pasta und Vino entschieden. Dabei kann man herrlich dem bunten Treiben auf dem Platz zuschauen.

Nach Sonnenuntergang machten wir uns schließlich auf den Weg zum nächsten Stellplatz an den Saturnia Thermalquellen. Die Fahrt dauerte knapp 2 weitere Stunden, wir konnten aber problemlos noch spät einchecken. Der Stellplatz ist sehr groß, verfügt über Sanitäranlagen, Duschen mit Münzeinwurf, einen Kiosk und einen Shuttleservice zu den Thermalquellen, welche nur 1 km entfernt liegen.

Tag 5: Thermalquellen von Saturnia

Die natürlichen Thermalquellen von Saturnia – genauer gesagt die Cascate del Mulino Thermalquelle – ist ein absolutes Highlight in der Toskana. Das heiße Wasser der Schwefelquellen fließt über kleine Wasserfälle in verschieden große natürliche Kalksteinbecken herunter.

Um besonders früh an den heißen Quellen zu sein und den Sonnenaufgang dort zu erleben, sind wir also extra am Vorabend angereist. Vom Campingplatz aus ging es dann noch vor Sonnenaufgang Richtung Quellen. Dies ist auch definitiv zu empfehlen, denn nach Sonnenaufgang wurde es schlagartig voll. Wir haben uns zu Fuß auf den Weg gemacht und auf den Shuttle Service verzichtet, man läuft ca. 15 Minuten und der Eintritt ist kostenlos.

Der Anblick der kleinen Mühle mit den angrenzenden Wasserfälle war wunderschön. Der Nebel stieg empor und die ersten Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg durch die hohen Gräser neben den Quellen. Dazu die Stille, die nur durch das rauschende Wasser durchbrochen wurde. Es war einfach magisch und ein absolutes Highlight unserer Reise!

Glücklicherweise waren wir anfangs mit wenigen Anderen die einzigen an den Thermalquellen. Beste Voraussetzungen also, sich ausgiebig zu entspannen. Das angenehm warme Wasser hilft nicht nur bei der Entspannung, sondern soll auch eine heilende Wirkung auf Haut und Gelenke haben.

Gegen 9 Uhr, als der Ansturm so richtig los ging, haben wir uns auf den Rückweg zum Camper gemacht. Als wir schließlich abgereist sind und noch einmal an den Thermalquellen vorbeifuhren, war es so unglaublich überfüllt, dass man kaum noch einen freien Platz in den Becken sah. Umso glücklicher waren wir, dass wir bereits am frühen Morgen dort waren.

Campingplatz: Area Sosta Camper L’Alveare dei Pinzi

Unser Weg führte uns nun Richtung dem letzten Ort unseres Roadtrips durch Italien: die Insel Elba. Der Weg durch die Toskana war schon ein Highlight für sich. Diese Landschaft, Natur und die kleinen Häuser sind einfach einzigartig und es war genauso, wie ich mir die Toskana immer vorgestellt hatte.

Mit der Fähre setzten wir schließlich von Piombino rüber auf die Insel Elba und verbrachten den Nachmittag in der Hauptstadt Portoferraio. Wieder eine sehr schöne alte Stadt mit viel Charme. Neben dem großen beeindruckenden Yachthafen gibt es viele Geschäfte, Restaurants und Bars und, wie konnte es anders sein, super leckeres Eis.

Am Nachmittag ging es dann zum Campingplatz Orti di Mare, den wir bereits im Voraus gebucht hatten. Dieser liegt nur etwa 15 Minuten entfernt von Portoferraio und ist ein absoluter Traum!

Tag 6-8: Karibisches Flair auf der Insel Elba

Der Campingplatz Orti di Mare ist ein wunderschöner, natürlicher und ruhiger Campingplatz. Gelegen auf einem Hügel, von dem aus man aufs Meer blicken kann und umgeben von Feldern, Weinreben und Olivenhainen. Neben großzügigen Stellplätzen unter Pinienbäumen gibt es ein Hofladen-Café mit sehr gutem, gesundem Essen aus teilweise eigenem Anbau, frisch gebackenes Brot und selbstgemachtes Eis. In der angrenzenden Relaxzone konnte man mitten im Olivenhain in Hängematten entspannen und ein Buch lesen. Die Sanitäranlagen waren richtige Badezimmer, jedes ausgestattet mit Toilette, Waschbecken und Dusche.

Der Campingplatz liegt bei Lacona, direkt am Strand mit kristallklaren Meer. In dem Ort gibt es mehrere süße Restaurants und an ausgewählten Abenden einen tollen Flohmarkt. Alles ist fußläufig vom Campingplatz erreichbar. An diesem Ort verbrachten wir also ganz entspannt unsere letzten Tage in Italien – für uns ein wunderbarer Abschluss von unserem Urlaub in Italien.

Campingplatz: Orti di Mare

Fazit

Insgesamt war die Italien-Reise absolut gelungen. Italien ist so ein vielseitiges Land und somit in meinen Augen immer eine Reise wert! Es war unsere erste Reise nach Italien und wir waren wir extrem positiv überrascht und total beeindruckt von der Vielseitigkeit, der Natur, den freundlichen Leuten, der italienischen Küche und einfach dem entspannten und lockeren Leben dort. Kurz: La Dolce Vita hat uns absolut in seinen Bann gezogen.

Die Reisezeit von nur 8 Tagen war definitiv zu kurz, wir haben für uns aber das Beste aus der Zeit, die ins zur Verfügung stand rausgeholt. Ich würde euch jedoch dazu raten wenn möglich etwas mehr Zeit einzuplanen, um den Urlaub noch entspannter zu verbringen. Vor allem am Ende auf Elba hätten wir definitiv noch länger bleiben können. Für die anderen Orte reichte die Zeit für uns aber vollkommen aus.

Die Reise mit dem Camper war auf jeden Fall die beste Entscheidung, die Flexibilität und das Freiheitsgefühl sind einfach unbezahlbar.

Wenn ihr noch Fragen habt zu unserer Reise habt, schreibt mir gerne. Für weitere Einblicke schaut gerne meine Instagramstory dazu an.

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